FORTBILDUNG: Giraffen und Affen in einem Haus - Herausforderungen des Zusammenlernes und -lebens in Vielfalt

Inhalte, Ziele und Methoden

Unsere Gesellschaft wird bunter. Bunt ist schön, aber nicht einfach, wenn Menschen mit ihrem Anderssein mit den gesellschaftlichen Normalitätsvorstellungen kollidieren und im Umfeld nicht aufgefangen werden können. Die Jugendhilfe ist mit jungen Menschen konfrontiert, die vielfältige belastende Erfahrungen gemacht haben. Zunehmend kommen spezifische Erfahrungen aus Flucht und Traumatisierung, Diskriminierung, Intoleranz und Vorbehalten hinzu. Mitarbeitende in der Jugendhilfe brauchen ein Wissen um die Rahmenbedingungen von Flucht und Asyl sowie um die Mechanismen von Diskriminierung. Sie brauchen interkulturelle Handlungskompetenz und einen Überbau, der ihnen diskriminierungsfreies Handeln im eigenen Arbeitsfeld ermöglicht.

Seminarziele

Ziel des Seminars ist es, zum einen Hintergrundwissen für irritierende oder problematische Situationen in Ihrem Arbeitsalltag zu vermitteln. Zum anderen werden diskriminierende Strukturen und deren Folgen aufgedeckt. Anschließend wird aufgezeigt, welche professionellen Haltungen und Herangehensweisen hilfreich für die erfolgreiche pädagogische Arbeit mit vielfältigen Menschen sind. Vorhandene positive Praktiken und Erfahrungen werden gewürdigt und darauf aufbauend weitere Maßnahmen auf dem Weg zu inklusiven Kulturen, Leitlinien und Praxis erarbeitet. Dabei wird der Selbstreflexion besondere Bedeutung zugemessen.

Inhalte

Die konkreten Seminarinhalte werden im Vorfeld mit Ihnen anhand Ihrer konkreten Bedürfnisse abgestimmt. Hier eine mögliche Auswahl:

  • Grundbegriffe der interkulturellen Kommunikation, z.B. die Kulturgebundenheit unseres Wahrnehmens, Denkens und Handelns, der Umgang mit Fremdheit, Kulturschock, interkulturelle Kompetenz, Flucht und Asyl …
  • Die Dimensionen von Vielfalt – auch in Ihrer Institution – und praktische Anregungen für den Arbeitsalltag
  • Stereotype und Diskriminierungsformen
  • Gemeinsame Erarbeitung hilfreicher Haltungen und Handlungen in multikulturellen Settings

Methoden

Impulsreferate, Rollenspiele, Reflexionsrunden, Einzel-, Kleingruppen- und Plenumsarbeit, Fallarbeit, Filme, Fotoarbeit, Diskussionen, Übungen zur Selbsterfahrung. Sie erleben eine wissenschaftlich fundierte und praxisbezogene Fortbildung, jedoch keine, aus der Sie ohne die persönliche Auseinandersetzung mit sich selbst, mit Ihrer eigenen Prägung und mit Ihrem Arbeitsumfeld Lernerfolge erzielen werden.

Träger: JugendSozialwerk Nordhausen e.V.

Trainer(in): Ines Gast, Franz Funkel oder Radoslaw Romanczuk, JugendSozialwerk Nordhausen e.V.

Ines Gast ist Diplom-Sprachmittlerin und anerkannte Fachkraft in sozialpädagogischen Handlungsfeldern, Trainerin für den Kompetenznachweis International und in vielfältigen Zusammenhängen erfahren in der Arbeit mit internationalen und interkulturellen Gruppen. Sie ist externe Lehrbeauftragte an der Hochschule Nordhausen in den Studiengängen Gesundheit und Soziales sowie Sozialmanagement. Seit 2015 ist sie Referentin im Landesprogramm Denk Bunt.